Gewalt an Frauen sichtbar machen, stoppen und bekämpfen!

Unter diesem Motto war der Landesfrauenrat am Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen 2020 aktiv.

Wir durften am Mittwochmittag u.a. mit Sozialsenatorin Melanie Leonhard und Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit am Rathaus die Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ hissen. Die rot-grünen Regierungsfraktionen haben in der Bürgerschaftssitzung einen Antrag eingereicht, in dem es um die Fortschreibung der Strategie zur Bekämpfung von geschlechtsspezifischer Gewalt geht. Wir freuen uns, dass die Umsetzung der Istanbul Konvetion weiter vorangetrieben wird!

Am Abend hatten wir zudem die Möglichkeit uns mir Praktikerinnen aus unseren Mitgliedsverbänden umfassend über Strategien zur Verhinderung und Bekämpfung häuslicher Gewalt auszutauschen.
Außerdem haben wir auf der Demonstration des Hamburger Bündnisses zum internationalen 8. März Streik unsere Solidarität erklärt.
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Stellungnahme des Landesfrauenrates Hamburg e.V. anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Hamburg, 25.11.2020

Der Text basiert auf unserer Rede zur der Demonstration des Hamburger Bündnisses zum internationalen 8. März Streik anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

Der Landesfrauenrat ist ein Dachverband von 59 unterschiedlichen Frauenverbänden hier aus Hamburg und TDF ist da vertreten.

Trotz des schweren Themas freuen wir uns, dass wir so viele sind und möchte mich gleich bei den Organisator*innen bedanken, die das hier so großartig und mit so viel Einsatz und Engagement auf die Beine gestellt haben, denn um es mit Simone des Beauvoir zu sagen:

„Frauen, die nichts fordern, werden beim Wort genommen – sie bekommen nichts.“

Und wir fordern heute hier – wie leider schon viel zu oft – dass endlich gesehen wird

  • Was Gewalt gegen Frauen ist
  • Wo sie stattfindet
  • Und wie viele Frauen von Gewalt betroffen sind

Gewalt gegen Frauen, das ist

  • Körperverletzung
  • Femizid
  •  Vergewaltigung
  • Stalking
  • Freiheitsberaubung
  • Sexting
  • Upskirting

und Frauen werden Opfer von Gewalt

  • Zuhause
  • Am Arbeitsplatz
  • In der Öffentlichkeit
  • In der digitalen Welt
  • Im Kreissaal
  • Im Sportunterricht

Damit ist die Wahrheit: Frauen sind in unserer Welt nicht sicher.

Erst gerade ist wieder ist die Kriminalistische Auswertung zur Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamtes veröffentlicht worden und es hat sich wieder gezeigt, dass Opfer von Partnerschaftsgewalt zu über 81 Prozent Frauen sind.

Die Hälfte von ihnen hat in einem gemeinsamen Haushalt mit dem Täter gelebt.

Und im Jahr 2019 sind die folgenden versuchten oder vollendeten Delikte zum Nachteil von Frauen erfasst worden:

  • in 69.012 Fälle vorsätzlicher, einfacher Körperverletzung
  • in 11.991 Opfer gefährliche Körperverletzung
  • Bedrohung, Stalking, Nötigung in 28.906 Fällen
  • Freiheitsberaubung: 1514 Fälle
  • und 301 Mal ist es zu versuchtem oder vollendetem Mord oder Totschlag gekommen.

Statistisch gesehen stirbt fast jeden dritten Tag eine Frau durch die Tat ihres Partners oder Ex-Partners. Das darf nicht so weiter gehen.

Gewalt geht quer durch die Gesellschaft und deswegen geht es uns alle an, dass wir ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, das

  • Gewalt an allen Menschen zu jedem Zeitpunkt an jedem Ort in jeder Form verurteilt!
  • Menschen dazu motiviert, sich gegen Gewalt einzusetzen!
  • für Betroffene da ist: Aufmerksam ist, Frauenhäuser weiter ausbaut, Hilfsangebote inklusiver gestaltet!
  • bestehende Hilfsangebote für Betroffene und ihr Umfeld bekannter macht!
  • Strukturen zur Vermeidung und Bekämpfung fordert: wie z.B. die umfassende und vorbehaltlose Umsetzung der Istanbul Konvention – für alle!

Wir stehen zusammen, um Gewalt an Frauen und Mädchen, FLINT-Personen sichtbar zu machen, zu stoppen und zu bekämpfen und für all diejenigen, die von Gewalt betroffen sind.

Dafür setzen sich die Mitgliedsverbände des Landesfrauenrates, von den heute auch viele hier sind, heute und an jedem anderen Tag im Jahr ein. Tut das auch!

Stellungnahme als pdf hier abrufbar

Pressemitteilung als pdf hier abrufbar