Jeden ersten Montag im Monat laden wir zu Feministischen Foren ein, die bestimmte gleichstellungspolitische Themen in den Blick nehmen und zum Austausch anregen. Im Juni stellt die Initiative »wtf — what the fear« sich und ihre Arbeit bei uns vor. »wtf« macht sichtbar, was im Nachtleben oft verdrängt wird: Gewalt im öffentlichen Raum ist kein Einzelfall, sondern Alltag – besonders für Frauen, queere und marginalisierte Menschen. Zwei Vertreter*innen der Initiative stellen das Pilotprojekt »tba – to be aware« vor und geben zugleich einen Einblick in den aktuellen Stand des Gewaltschutzprojekts »wtf – what the fear«. Dabei werden bisherige Erfahrungen, Entwicklungen und Perspektiven der Projekte sichtbar gemacht und zur gemeinsamen Diskussion eingeladen. Feministische Foren sind kostenfrei und offen für alle Interessierten!
»wtf« verbindet Kultur, Prävention und soziale Infrastruktur. Statt allein auf polizeiliche Kontrolle zu setzen, entwickelt das Projekt neue Modelle für Schutz, Sichtbarkeit und Unterstützung im öffentlichen Raum — gemeinsam mit Clubkultur, Sozialarbeit, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Mit einem öffentlich zugänglichen Informationscontainer zu Gewaltschutz und Antidiskriminierung auf dem Spielbudenplatz, einer digitalen Meldestelle und partizipativen Formaten hat das Pilotprojekt 2025 erstmals konkrete Daten, Erfahrungen und Bedarfe rund um Sicherheit auf St. Pauli gesammelt. Die Ergebnisse sind eindeutig: Über 90 % der Befragten haben Gewalt oder Diskriminierung im Umfeld der Reeperbahn erlebt oder beobachtet.
2026 soll das Projekt ausgebaut werden: mit langfristigen Gewaltschutz-Strukturen, einer niedrigschwelligen Anlaufstelle und einem nachhaltigen Gewaltschutzkonzept für das Nachtleben. Denn Sicherheit endet nicht an der Clubtür. Bisher fehlt jedoch der politische Wille mehr Sicherheit im öffentlichen Raum zu schaffen. Aktuell wird das Projekt im Hamburger Sozialausschuss behandelt und hoffentlich bald strukturell verankert und weiter gefördert.


