Pussy, Power, Perspektiven

Ein queerfeministischer Blick auf Geschlechterstereotype und Katzenklischees

Feministisches Forum mal anders: Unsere Veranstaltung »Pussy, Power, Perspektiven« am 10. September war für uns ein ganz besonderer Abend. Mit der Queeren Vernetzung sind wir im September eine tolle Kooperation eingegangen – und haben dafür einen ebenso besonderen Ort gefunden: das Museum am Rothenbaum – Kulturen und Künste der Welt. Wir sind sehr dankbar, dass das Museum im Rahmen der KATZEN!-Ausstellung seine Türen für uns geöffnet und damit den Raum für einen Abend geschaffen hat, an dem Feminismus, queere Perspektiven und Kulturgeschichte aufeinandertrafen.


Was haben Katzen eigentlich mit Queerfeminismus zu tun?

Eine ganze Menge, wie sich an diesem Abend schnell zeigte. In der heteronormativen Welt sollen Männer stark wie ein Löwe sein. Frauen hingegen sollen bitte keinesfalls zur »Crazy Cat Lady« werden – ein schnurrendes, sexy »Pussycat« ist dagegen durchaus erwünscht. Zwischen diesen Bildern liegt ein ganzes Universum an Geschlechterstereotypen. Denn die Katze vereint scheinbare Gegensätze: Sie ist süß, zahm und anschmiegsam – und im nächsten Moment ist sie wild, eigenwillig und unbändig. Sie lässt sich nicht immer einordnen und entzieht sich eindeutigen Zuschreibungen. Gerade diese Uneindeutigkeit macht die Katze zu einer spannenden Figur aus queerfeministischer Perspektive.

Die Verbindung zwischen unangepassten Frauen und Queers mit Katzen reicht weit zurück: So wurden beispielsweise im Namen der Hexenverfolgung neben Frauen auch Katzen getötet und die Suffragetten wurden etwa mit kreischenden Katzen verglichen, um sie lächerlich zu machen. 

All das zeigt: Hinter scheinbar harmlosen Katzenklischees können Vorstellungen darüber stecken, wie Frauen und queere Menschen zu sein haben – und was passiert, wenn sie sich diesen Erwartungen entziehen.

 

Volles Haus, volle Herzen

Geplant hatten wir die Veranstaltung für bis zu 80 Personen. Am Ende kamen 224 Menschen! Damit war schnell klar: Eine Führung durch die Ausstellung würde nicht reichen. Kuratorin Lotte Warnsholdt bot ihre Führung kurzerhand gleich zweimal an und wir starteten etwas später, damit möglichst alle Interessierten die Gelegenheit bekamen, dabei zu sein. Für uns ist diese große Resonanz ein wunderbares Zeichen.

Was diesen Abend so besonders gemacht hat, war die Mischung aus Unterhaltung, Kultur und politischer Bildungsarbeit: Mit Humor und einem scharfen Blick auf gesellschaftliche Normen brachte Stand Up Comedian Sophia Spitzenberg uns zum Lachen – und gleichzeitig zum Nachdenken. Anschließend ging es auf dem Podium vertiefter um Geschlechterklischees, ihre Auswirkungen und den Umgang mit ihnen. Mit dabei waren Sophia Spitzenberg, Drag Queen Lady Sasha sowie Vertreter*innen des Familienplanungszentrums und der Initiative Come on, Boys! Den Abend rundete Lady Sasha dann für alle mit einer Gutenachtgeschichte in Drag ab.

Vielen Dank fürs Kommen!

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