Auf den Spuren berühmter Frauen im Rathaus

Unter dem Motto: „Von machtvollen Frauen und weiblichen Körpern“ lud Mareike Engels (MdHB) zum Internationalen Frauentag und im Rahmen des Bündnisses am 08. März 2017 zu einem emotionalen Rundgang ins Rathaus. Über 30 Frauen konnten die Räumlichkeiten im Hinblick auf „zu leicht verhüllte“ und reale Frauen in der Hamburger Politik und unter dem Blickwinkel der Geschlechterdemokratie neu entdecken. Begleitet wurden die Besucherinnen von den Expertinnen Dr. Rita Bake (Landeszentrale für politische Bildung) und Dr. Birgit Kiupel (Historikerin).
Zum Ende der Führung gab es im Bürgersaal eine Abschlussdiskussion mit dem Tenor: Wir müssen weiter kämpfen für das Ziel „die Hälfte der Macht den Frauen“!

Teil dieser Ausstellung sind unter anderem:

Paula Karpinski (1897 – 2005)

Zog 1946 als erste (Jugend-)Senatorin (SPD) in den Senat der Stadt Hamburg ein. Nach dem zweiten Weltkrieg kämpfte sie unter anderem für Betreuungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche, die während des Krieges ihre Eltern verloren haben und setzte auch den Erhalt der Hamburger Jugendherberge „Auf dem Stintfang“ durch. Ihr zu Ehren wurde im März 2013 der Herbergs-Vorplatz zum „Paula-Karpinski-Platz“ benannt. Ihr Portrait befindet sich im Flur des Senatsgeheges.

Elsbeth Weichmann (1900 – 1988)

War Abgeordnete der SPD und Vorsitzende der Verbraucherzentrale. Ein Doppelportrait bildet sie mit ihrem Mann Herbert Weichmann (ehem. Bürgermeister) ab. Das Bild hängt seit 1987 im Empfangszimmer und war zu diesem Zeitpunkt aus folgenden Gründen revolutionär: Die Beine übereinandergeschlagen sitzt sie in einem roten Kleid und einer Perlenkette um den Hals vor einer roten Wand und hält eine Zigarette (mit Spitze) in ihrer rechten Hand.

Stadtgöttin Hammonia

Hamburg hatte zwar nie eine Fürstin, doch die (antike) Stadtgöttin Hammonia, die das Steuerruder in der Hand hält und direkt über dem Rathaus-Portal thront, steht symbolisch dafür, dass Hamburg von einer starken Frau geführt wird.

Sinnliche Wandgemälde

Auf einigen Wandgemälden finden sich nur leicht verhüllte Frauen, die symbolisch die Stadtrepubliken Venedig, Amsterdam, Athen und Rom darstellen, die damals ausschließlich von Männern regiert wurden.